Kanzleikultur bleibt entscheidend – Vergütung holt auf

Die azur-Bewerberumfrage 2025/2026 zeigt, dass die Mehrheit der über 1.800 befragten Jura‑Studierenden, Referendar:innen und Assessor:innen ihren Berufseinstieg in einer Kanzlei plant: knapp 80 Prozent möchten dort beginnen, fast die Hälfte davon in einer Großkanzlei, während Unternehmen und der öffentliche Dienst nur für wenige interessant sind. Die Befragten haben realistische Vorstellungen vom Arbeitsalltag – sie rechnen mit anspruchsvollen Mandaten, einer steilen Lernkurve und im Schnitt 53 Arbeitsstunden pro Woche und erwarten zugleich ein durchschnittliches Einstiegsgehalt von rund 95 800 Euro; das tatsächliche Gehaltsniveau in Wirtschaftskanzleien liegt inzwischen bei etwa 120 000 Euro. Wichtigstes Kriterium bei der Arbeitgeberwahl bleibt das Betriebsklima: 28,2 Prozent nennen es als ausschlaggebend, doch angesichts steigender Lebenshaltungskosten und transparenterer Gehaltsstrukturen gewinnt die Vergütung an Bedeutung und wird mittlerweile von 17,6 Prozent als wichtigster Faktor genannt. Insgesamt suchen Berufseinsteiger:innen nach einem ausgewogenen Gesamtpaket aus respektvollem Arbeitsumfeld, verlässlichen Perspektiven und einer Bezahlung, die zur Intensität des Arbeitsalltags passt.