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Europäische Zentralbank (EZB)

Behörde | Frankfurt am Main

Die EZB als Wahlstation klingt nach einem Traumjob, und in weiten Teilen war es das auch. Ich möchte aber einen ehrlichen Bericht schreiben – also auch die Einschränkungen benennen.

Ich arbeitete in der Generaldirektion Rechtsdienste, Bereich Bankenaufsicht. Das Thema war hochaktuell: Wir befassten uns mit aufsichtsrechtlichen Fragestellungen im Nachgang zu Entwicklungen im Bankensektor. Die Rechtsfragen waren unionsrechtlich geprägt, was ich als Herausforderung und Bereicherung zugleich empfand.

Meine Betreuerin war exzellent. Sie arbeitete für mich einen strukturierten Plan aus: In der ersten Woche Einführung in relevante EU-Rechtsakte und interne Prozesse, danach eigenständige Aufgaben mit zunehmendem Schwierigkeitsgrad. Das hat mir sehr geholfen, schnell produktiv zu werden.

Die Arbeitsatmosphäre ist international und multikulturell – Besprechungen fanden auf Englisch statt, Kollegen kamen aus ganz Europa. Das war für mich neu und spannend. Man muss allerdings sagen: Rechtliche Detailarbeit auf Englisch zu leisten, die über Grundlagen hinausgeht, ist anspruchsvoll. Ich habe in dieser Station mein juristisches Englisch deutlich verbessert.

Was ich weniger optimal fand: Die bürokratischen Strukturen sind spürbar. Für viele kleine Schritte gibt es interne Verfahren und Abstimmungsprozesse, die Zeit kosten. Das ist bei einer Institution dieser Größe verständlich, kann aber manchmal zäh wirken.

Dennoch: Eine tolle Erfahrung mit echtem Mehrwert für den Lebenslauf und die juristische Persönlichkeit. Wer Interesse an Europarecht, Finanzregulierung oder einem internationalen Umfeld hat, dem empfehle ich diese Station wärmstens.


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