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Europäischer Gerichtshof (EuGH), Kabinett eines Generalanwalts

Behörde | Luxemburg, Luxemburg

Wenn man mich in zwanzig Jahren fragt, was der Höhepunkt meines Referendariats war, werde ich antworten: die Wahlstation beim EuGH.

Ein Praktikum im Kabinett eines Generalanwalts des Europäischen Gerichtshofs ist nur für wenige möglich. Die Auswahlverfahren sind kompetitiv, die Bewerbungsfristen lang im Voraus, die Sprachanforderungen hoch. Wer sich dennoch bewirbt und ausgewählt wird, bekommt eine Erfahrung, die auf dem Ausbildungsmarkt einzigartig ist.

Ich arbeitete im Kabinett unter Anleitung eines référendaires, also des wissenschaftlichen Mitarbeiterstabs des Generalanwalts. Meine Aufgaben umfassten Literaturrecherchen zu laufenden Verfahren, Zusammenfassungen von Vorabentscheidungsanfragen nationaler Gerichte und die Ausarbeitung kurzer verfahrensrechtlicher Notizen.

Die Schlussanträge, an deren Vorbereitung ich in bescheidenem Maße mitwirkte, wurden tatsächlich veröffentlicht. Das ist ein Gefühl, das man nicht beschreiben kann.

Die Rechtssprache am Gericht ist vielsprachig – Französisch ist Arbeitssprache, Englisch und Deutsch kommen hinzu. Meine Kenntnisse aller drei Sprachen wurden täglich beansprucht. Das war anstrengend und gleichzeitig das beste Training, das ich je hatte.

Luxemburg als Stadt ist klein und anfangs etwas gewöhnungsbedürftig. Aber die Juristengemeinschaft dort ist international, lebendig und außergewöhnlich kompetent.

Fazit: Wer die Chance hat, hier eine Wahlstation zu machen, muss sie ergreifen. Koste es, was es wolle.


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