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Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF)

Behörde | Nürnberg

Das BAMF ist eine Behörde, über die viel geredet wird – meistens von außen, meistens pauschalisierend. Ich wollte von innen schauen. Und was ich sah, war komplexer und menschlicher, als ich erwartet hatte.

Ich war in der Entscheiderabteilung zugeteilt, also dort, wo Asylverfahren inhaltlich entschieden werden. Ich hospitierte bei Anhörungen, las Akten, und durfte an der Vorbereitung von Entscheidungsentwürfen mitwirken – selbstverständlich unter enger Begleitung.

Was mich beeindruckte: die Anforderungen an die Entscheider. Es geht nicht um bürokratisches Abarbeiten. Ein guter Asylentscheid erfordert Länderkenntnisse, rechtliches Fingerspitzengefühl, psychologisches Verständnis und die Fähigkeit, komplexe Sachverhalte klar zu beurteilen. Das ist mehr als ich erwartet hatte.

Die Anhörungen selbst zu erleben war eine intensive Erfahrung. Menschen erzählen von Verfolgung, Flucht, Familie, Angst. Das hat eine Schwere, die man in Aktenstudien nicht spürt. Ich bin froh, dass ich das erlebt habe.

Mein Ausbilder war ein erfahrener Entscheider mit langer Berufserfahrung. Er war sachlich, aber empathisch und erklärte mir die rechtlichen Maßstäbe ohne die menschliche Dimension dabei zu vergessen. Das hat mich beeindruckt.

Kritisch anmerken möchte ich: Der Arbeitsdruck im BAMF ist spürbar. Die Verfahrenszahlen sind hoch, die Ressourcen begrenzt. Das spiegelt sich in der Atmosphäre wider.

Insgesamt: Eine wertvolle, prägende Station – nicht für jeden geeignet, aber für alle empfehlenswert, die verstehen wollen, wie Migrationsrecht wirklich funktioniert.


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