» ERFAHRUNGSBERICHT
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Bayerische Staatskanzlei
Behörde | München
Die Bayerische Staatskanzlei als Verwaltungsstation – das klingt nach einem Ort, an dem Politik und Recht in enger Berührung stehen. Und so ist es auch. Wer das weiß und mag, wird hier eine interessante und lehrreiche Station absolvieren.
Ich war dem Rechts- und Verfassungsreferat zugeteilt. Die Aufgaben bewegten sich im Bereich der Staatsorganisationsrechts, interministerieller Abstimmungen und der Begleitung von Kabinettssitzungen aus juristischer Perspektive. Ich durfte Stellungnahmen zu Gesetzentwürfen des Bundes vorbereiten, die den Freistaat Bayern betrafen.
Das war rechtstechnisch anspruchsvoll. Bundesrat, Gesetzgebungskompetenz, Zustimmungserfordernisse – Themen, die im Staatsrecht-Studium trocken wirkten, lebten hier auf.
Mein Ausbilder war ein Ministerialdirigent – erfahren, sachlich, mit einem klaren Verständnis dafür, was ein Referendar leisten kann und was nicht. Er erwartete keine Wunder, aber er erwartete sorgfältige Arbeit. Das war in Ordnung.
Was ich etwas vermisste: unmittelbaren Mandatsbezug im Sinne einer kanzleiähnlichen Beratungsstruktur. Die Arbeit einer Staatskanzlei ist von anderer Natur – institutionell, politisch gefärbt, auf Konsensbildung ausgerichtet. Das ist spannend, aber andere Art Spannung als in einem Kanzleisetting.
Für alle mit Interesse an Staatsrecht, Verfassungsrecht und politischem Recht: sehr empfehlenswert. Als reine Ausbildungsstelle für den späteren Anwaltsberuf weniger prägend.
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