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Bundesverwaltungsgericht
Behörde | Leipzig
Leipzig und das Bundesverwaltungsgericht – das klingt nach einem ruhigen Ort für ernste Arbeit. Und so ist es auch. Aber ich meine das durchweg positiv.
Stationen am Bundesverwaltungsgericht sind begehrt. Das merkt man auch intern: Das Haus hat ein Selbstverständnis als juristische Spitzeninstitution, das sich in der Atmosphäre widerspiegelt. Kein Lärm, keine Hektik. Präzision und Gründlichkeit bestimmen den Takt.
Ich war einer Revisionskammer zugeteilt, die sich mit Fragen des Planungsrechts befasste – ein Bereich, in dem das Bundesverwaltungsgericht maßgeblich die Rechtsentwicklung prägt. Ich durfte Akten studieren, Rechtsprechungsrecherchen durchführen und einen ausführlichen Aktenvermerk zu einer revisionsrechtlichen Fragestellung verfassen.
Mein Ausbilder, ein Richter am Bundesverwaltungsgericht mit eindrucksvoller Laufbahn, war die Art von Jurist, von der man als Referendar wirklich lernt: exakt im Denken, präzise in der Sprache, geduldig in der Erklärung. Er zeigte mir, wie das Gericht revisionsrechtliche Zulassungsanträge prüft, wie der Senat diskutiert und wie Entscheidungen entstehen.
Die Besonderheit: Man ist nah an der Entstehung von Leitsatzentscheidungen. Wenn man bedenkt, dass ein Urteil, an dessen Vorbereitung man eine kleine Rolle hatte, später in juristischen Lehrbüchern zitiert wird – das hat eine ganz eigene Qualität.
Kleinere Einschränkung: Leipzig als Standort ist für Westdeutsche mit einem Umzug verbunden. Wer sich darauf einlässt, findet dort eine unterschätzte, sehr lebendige Stadt.
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