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Europäisches Parlament, Generaldirektion Wissenschaftlicher Dienst
Behörde | Brüssel, Belgien
Brüssel als Wahlstation? Das geht. Und ich würde es jederzeit wieder machen.
Das Europäische Parlament ist als Institution für die meisten Deutschen vor allem ein Name, der mit Europa-Wahlen verbunden ist. Dass dahinter ein riesiger Apparat aus Juristen, Politikwissenschaftlern, Ökonomen und Spezialisten aller Art steckt, wird kaum sichtbar. Ich durfte diesen Apparat von innen kennenlernen – konkret den Wissenschaftlichen Dienst.
Meine Aufgabe bestand darin, zu rechtspolitischen Fragestellungen Kurzstudien vorzubereiten. Die Themen reichten von digitalrechtlichen Fragen bis zu verfassungsvergleichenden Analysen in Bezug auf Grundrechte in verschiedenen EU-Mitgliedstaaten. Die Texte wurden von Abgeordnetenbüros angefordert und mussten daher klar, zugänglich und präzise sein. Kein langer akademischer Aufsatz, sondern komprimiertes Fachwissen.
Die Arbeitssprache war hauptsächlich Englisch, gelegentlich Französisch. Mein juristisches Englisch wurde auf einem Niveau beansprucht, das ich vorher nicht kannte. Das war anstrengend und gleichzeitig unglaublich wertvoll.
Die Stadt Brüssel ist lebenswert und für Juristen mit EU-Interesse ein Ort, an dem man atmet, was man studiert hat. Das Nachtleben ist ebenfalls nicht zu verachten.
Was ich einschränken muss: Die Wohnsituation in Brüssel als kurzfristiger Stationsbesucher ist nicht trivial. Zimmersuche, Lebenshaltungskosten und der Umzug kosten Zeit und Energie. Wer das plant, sollte früh anfangen zu organisieren.
Trotzdem: Eine Station, die ich nicht missen möchte. Europarecht wirklich zu leben – und nicht nur zu lernen – ist eine Erfahrung für sich.
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