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UNHCR – Büro für Deutschland

Behörde | Berlin

Die Wahlstation beim UNHCR war für mich keine spontane Entscheidung. Ich hatte bereits im Studium einen Schwerpunkt im Migrationsrecht gesetzt und wollte sehen, wie internationales Flüchtlingsrecht in der täglichen Arbeit einer UN-Behörde aussieht.

Das Berliner Büro des UNHCR ist vergleichsweise klein, was die Zusammenarbeit sehr persönlich macht. Ich hatte von Anfang an Kontakt zu allen Kolleginnen und Kollegen. Mein Betreuer war ein erfahrener Jurist mit langer Felderfahrung, was seinen Blick auf das Recht deutlich pragmatischer und nüchterner machte als alles, was ich aus dem Studium kannte.

Die Aufgaben umfassten rechtliche Recherchen zu asylrechtlichen Entwicklungen in Deutschland und der EU, die Teilnahme an internen Fachdiskussionen sowie die Erstellung von Zusammenfassungen zu Gerichtsentscheidungen und Gesetzesänderungen. Ich konnte auch an einem Runden-Tisch-Gespräch mit Vertretern anderer NGOs und Behörden teilnehmen – eine Erfahrung, die mir zeigte, wie rechtspolitische Arbeit in der Praxis funktioniert.

Einen besonderen Eindruck hat eine Hospitation in einer Anhörung beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge auf mich gemacht. Die rechtlichen und menschlichen Dimensionen dieser Entscheidungen tatsächlich nebeneinander erleben zu können, ist etwas, das man nicht aus Büchern lernt.

Abstriche gibt es bei den Rahmenbedingungen: Die Station ist unbezahlt, die Büros sind funktional, aber nicht üppig ausgestattet. Das sind aber keine Mängel der Ausbildung – die war inhaltlich sehr gut. Für alle mit echtem Interesse an Migrationsrecht, Europarecht oder humanitärem Völkerrecht: Diese Station ist einzigartig.


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